Infraschall
Windkraftanlagen müssen mindestens so weit von einem Siedlungsgebiet entfernt sein, dass die von ihnen ausgehenden Schallemission die gesetzlich festgelegten Grenzwerte in den umliegenden Siedlungsgebieten nicht überschreiten. Auch Auswirkungen des von Menschen akustisch nicht wahrnehmbaren Infraschalls sind mit der Einhaltung der Grenzwerte ausgeschlossen. Windkraftanlagen verfügen zudem über eine Automatik für den schallreduzierten Betrieb, falls die gesetzlichen Grenzwerte wider Erwarten zeitweise überschritten werden sollten.
- Was ist Infraschall?
Infraschall beschreibt Schallwellen mit einer Frequenz unter 20 Hz, also unterhalb der normalen Hörschwelle des Menschen. Er wird meist nur bei sehr hohen Schalldruckpegeln über Vibrationen im Körper wahrgenommen und ist im Alltag in der Regel nicht direkt hörbar. - Woher kommt er?
Natürliche Quellen sind z. B. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Meeresbrandung oder Stürme. Künstliche Quellen reichen von Diesel- und Industrie-Maschinen über Explosionen bis hin zu Windkraftanlagen und speziellen Infraschall-Subwoofern - Können wir ihn körperlich spüren oder krank werden?
Doppelblind-Studien, in denen Probanden über 72 Stunden simuliertem Windturbinen-Infraschall ausgesetzt wurden, fanden keine relevanten Veränderungen von Herzfrequenz, Blutdruck oder anderen physiologischen Parametern. Teilnehmende konnten Infraschall nicht von Stille unterscheiden, und ihr autonomes Nervensystem zeigte keine Reaktionen auf die Infraschallanteile. - Subjektive Beschwerden und der Nocebo-Effekt
Berichte über Kopfschmerzen, Druck im Kopf, Müdigkeit oder Tinnitus stehen oft im Zusammenhang mit negativen Erwartungen („Windturbine-Syndrom“). Experimente zeigen, dass viele dieser Symptome allein durch den Glauben an mögliche Schäden entstehen können, auch wenn gar kein Infraschall abgespielt wird. - Speziell bei Windkraftanlagen
Die Council of Canadian Academies wertete Windpark-Lärm umfassend aus und bestätigt, dass Windturbinen-Infraschall zwar Annoyance (Verärgerung) und Schlafstörungen auslösen kann, es jedoch keinen wissenschaftlich belegten direkten Zusammenhang mit physischen Gesundheitsschäden gibt. Auch die WHO setzt in ihren Environmental Noise Guidelines allgemeine Lärmgrenzwerte für Windparks, ohne einen gesonderten Schwellenwert für Infraschall zu fordern. - Fazit
Unter realen Umgebungsbedingungen liegen Infraschallpegel meist weit unter den Werten, bei denen physiologische Effekte nachgewiesen wurden. Nur bei extrem hohen Labor-Pegelwerten (>130 dB) treten subjektive Effekte wie Schläfrigkeit oder leichter Druck auf – ernsthafte Gesundheitsschäden sind bislang nicht dokumentiert. Kurz: Infraschall macht im Alltag nicht krank, kann aber – wie jeder Lärm – lästig sein und Schlaf oder Wohlbefinden beeinträchtigen. Bei den in großem Abstand von ca. 900m zur nächsten Wohnbebauung geplanten Anlagen auf der Alexanderschanze sind solche Auswirkungen praktisch ausgeschlossen.
https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_117_windkraftanlagen_infraschall_gesundheit.pdf
https://energiewende.eu/windkraft-infraschall/